Worum geht es bei den Norwegischen Landschaftsrouten?

Die Attraktion Norwegische Landschaftsrouten sind 18 ausgewählte Strecken durch Norwegens einzigartige Natur. Gleichzeitig wird das Erlebnis durch moderne Architektur und zum Nachdenken anregende Kunst auf ausgebauten Aussichtspunkten und Rastplätzen verstärkt.

Das Landschaftsroutenprojekt soll dazu beitragen, Norwegen als Reiseziel zu stärken, indem Touristen Erlebnisse geboten werden, die sie zu längeren Aufenthalten und weiteren Besuchen inspirieren. Ziel dabei ist die Stärkung der Wirtschaft und die Ansiedlung von Menschen nicht zuletzt in den ländlichen Regionen.

Verantwortlich für die Entwicklung und Betreuung der Touristenattraktion Norwegische Landschaftsrouten ist die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung. Auftraggeber sind das norwegische Parlament und die norwegische Regierung.

Am Projekt sind unter anderem acht Regierungsbezirke, 59 Gemeinden, weitere Organe öffentlichen Rechts, Tourismusorganisationen und die regionale Wirtschaft beteiligt.

Die Norwegischen Landschaftsrouten sollen 2023 als ganzheitliche Attraktion fertiggestellt sein. Ab 2024 erfolgen Betrieb, Wartung, Erneuerung und Weiterentwicklung der Strecken.

Wer finanziert hauptsächlich das Projekt?

Von 1994 bis 2029 sollen 4,85 Mrd. NOK (ca. 485 Mio. EUR) in die Touristenattraktion Norwegische Landschaftsrouten investiert werden (Währungskurs 2021). 4,35 Mrd. NOK (ca. 435 Mio. EUR) werden über den Etat des Norwegischen Verkehrsministeriums gedeckt. Die übrigen 0,5 Mrd. NOK (ca. 50 Mio. EUR) kommen hauptsächlich von den jeweiligen Regierungsbezirken und Gemeinden. Ungefähr die Hälfte der finanziellen Mittel wird für die Gestaltung von zehn großen Touristenattraktionen genutzt mit den touristischen Wahrzeichen Trollstigen und Vøringsfossen als die größten von ihnen.

Wie ist die Arbeit mit den Landschaftsrouten organisiert?

Bei den Norwegischen Landschaftsrouten handelt es sich um ein landesweites Projekt mit dem Leiter des Norwegischen Zentralamts für Straßenwesen als Eigentümer der Touristenattraktion. Die tägliche Verantwortung hat der Fachbereich Landschaftsrouten, Abteilung Transport und Gesellschaft, bei der Staatlichen Norwegischen Straßenverwaltung.

Der Fachbereich mit seinen 15 Mitarbeitern hat die Bewahrung und Vermittlung der Attraktion Norwegische Landschaftsrouten zur Aufgabe und befindet sich in Lillehammer, mit Ausnahme von einigen Mitarbeitern in West- und Nordnorwegen.

Die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung arbeitet eng mit drei aus externen Akteuren bestehenden Räten zusammen, die die hohe Qualität der Attraktion Norwegische Landschaftsrouten sichern:

  • Einem Architekturrat, der zu hoher Qualität auf Aussichtspunkten und Rastplätzen beiträgt und durch fachliche Einschätzungen den besonderen Charakter der Touristenattraktion garantiert. Zum Architekturrat gehören ein Architekt, ein Landschaftsarchitekt und ein bildender Künstler.
  • Einem eigenen Kurator, der gemeinsam mit dem Kunstrat die hohe internationale Qualität von Kunstinstallationen auf den Norwegischen Landschaftsrouten sicherstellt.
  • Einem Landschaftsroutenforum, das das Landschaftsroutenprojekt in und außerhalb der eigenen Organisationen präsentieren und dazu beitragen soll, dass die Norwegischen Landschaftsrouten aktiv als Wertschöpfungsmaßnahme genutzt werden in Übereinstimmung mit dem Ziel des Projekts. Das Forum soll die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung beraten und dafür sorgen, dass die langfristige Landschaftsroutenarbeit wie geplant weitergeführt wird. Das Forum besteht aus Repräsentanten der norwegischen Tourismusbranche (Innovation Norway, Norsk Reiseliv, Virke Reiseliv, Fjord-Norge, NordNorsk reiseliv, Visit NordVest, De Historiske Hotel og Spisesteder und Fjord Tours Group).

Um eine Attraktion mit Architektur und Kunst auf internationalem Niveau zu schaffen, wird bei der Planung, Qualitätssicherung und Durchführung hochspezialisierte Kompetenz genutzt. Hierbei handelt es sich um Experten aus Fachbereichen wie Architektur und Landschaftsarchitektur, Kunst, Straßenwesen und Verkehr, Bautechnik, Bauleitung, Grunderwerb, Tourismus, grafisches Design, Web, Bauordnung und Unternehmensberatung. Bei der Beschaffung von Kompetenz wird je nach Bedarf auf externe Fachkreise und die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung zurückgegriffen.

Wann entstand die Idee, die Norwegischen Landschaftsrouten ins Leben zu rufen?

Die Entwicklung der Attraktion Norwegische Landschaftsrouten begann 1993 auf Initiative des Verkehrsausschusses des norwegischen Parlaments, das die Kombination Straße und Tourismus näher untersuchen wollte.

Das Projekt wird seither von der norwegischen Regierung und dem Parlament begleitet – konkret durch eine Vielzahl Nationaler Transportpläne und den jährlichen Etat des norwegischen Verkehrsministeriums.

Wie wurde das Landschaftsroutenprojekt weitergeführt?

Die Arbeiten begannen mit dem Tourismusprojekt, einem von 1994–1997 durchgeführten Testprojekt. Auf der Grundlage gesammelter Erfahrungen mit dem Projekt erhielt die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung 1998 vom Parlament das Startsignal für die Weiterführung der Arbeit.

Von 1999 bis 2004 wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt, um das Projekt sichtbarer zu machen und den Weg für eine neu zu schaffende nationale Touristenattraktion abzustecken.

Gleichzeitig wurden die Erfahrungen ähnlicher Initiativen aus anderen Ländern untersucht, wie National Scenic Byways in den USA, die Romantische Straße in Deutschland und Les routes des vins in Frankreich. 

Wie erfolgte die Auswahl der Strecken?

Sämtliche norwegische Gemeinden, Regierungsbezirke und Tourismusorganisationen wurden 1999 von der Staatlichen Norwegischen Straßenverwaltung gebeten, Vorschläge für die Norwegischen Landschaftsrouten einzubringen. Diese ergaben am Ende 52 Strecken mit einer Gesamtlänge von über 8000 km.

Die Auswahl der 18 Strecken erfolgte im Zeitraum 1999–2004 nach gründlichen Besichtigungen und Auswertungen der 52 Vorschläge und etwa zehn weiterer Straßen.

Die Auswahl wurde von der Staatlichen Norwegischen Straßenverwaltung getroffen mit Unterstützung einer externen Fachgruppe und des Qualitätsrates für die Norwegischen Landschaftsrouten. Diese ergab am Ende 18 Strecken mit einer Gesamtlänge von 2151 km.

Welche Kriterien dienten als Grundlage für die Auswahl der verschiedenen 18 Strecken?

Die Norwegischen Landschaftsrouten sollen durch Landschaften mit einzigartigen Naturqualitäten verlaufen mit Küsten, Fjorden, Bergen und Wasserfällen als tragende Elemente. Die Fahrt selbst soll ein schönes Erlebnis sein, während die Haltepunkte diese Eindrücke verstärken sollen. Variationen, Kontraste und das Zusammenspiel von Straße und Umgebung sind für das Erlebnis wichtig. Das Gebiet entlang der Straßen sollte ein stärkeres Verkehrsaufkommen unbeschadet annehmen. Die Straßen sollen eine Alternative zu den viel befahrenen Hauptwegen sein.

Wie wurden die verschiedenen Rastplätze und Aussichtspunkte ausgewählt?

Die meisten Anlagen der Landschaftsrouten werden an Orten errichtet, die die Touristen schon lange als Rastplätze genutzt und mit schönen Erlebnissen verbunden haben und die bereits seit vielen Jahren als beliebte Fotomotive dienen. Die ursprüngliche Situation dieser Anlagen ist oft durch jahrelange Abnutzung von Gebäuden, Möbeln und Wegen gekennzeichnet. Vielerorts sind die Parkverhältnisse zu schlecht und die Aussichtspunkte unzureichend gesichert. 

An anderen Orten will die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung den Eindruck der überwältigenden Natur verstärken durch die Schaffung vollkommen neuer Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten. Gemeinsam für alle Maßnahmen ist, dass die Lage des Ortes ausgenutzt wird unter Berücksichtigung der Besonderheiten und Stimmungen vor Ort.

Welche Voraussetzungen dienen als Grundlage für den architektonischen Ausdruck?

Die Architektur soll kühn und innovativ sein und die Stimmung vor Ort vermitteln. Das Einzigartige und die Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten spielen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig sollen grundlegende Bedürfnisse und Funktionen wie Rast, Parken, Aussicht, Informationen, Müll und Toiletten erfüllt sein. Auf einigen Rastplätzen sollen Aktivitäten möglich sein wie Wandern, Angeln oder das Beobachten von Vögeln.

Die Architektur kann alles umfassen: vom bescheidenen Ausdruck in Form von Bänken auf Klippen bis zu großen Aussichtsplattformen, die die Besucher in die Landschaft heben. Bei der Auswahl der Materialien und der Ausführung soll auf Qualitäten geachtet werden, die eine Beständigkeit der Landschaftsroutenmaßnahmen garantieren.

Wie wurden die Architekten ausgewählt?

Bereits während des Tourismusprojekts (1994–1997) hat die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung Wert darauf gelegt, jungen Architekten die Möglichkeit zu geben, interessante Maßnahmen für die Landschaftsrouten zu entwickeln. Es gab zwei Runden, in denen die Gestalter dazu eingeladen wurden, sich für ein Projekt mit Präqualifikation anzumelden. Hier wurde dann von einer Fachjury die Empfehlung ausgesprochen, wer bei den Wettbewerben zu neuen Projekten weiterhin im Rennen ist. Das Interesse an der Teilnahme an diesen Runden war groß. Der Architekturrat der Norwegischen Landschaftsrouten hat seine Empfehlungen gegeben, wer bei dem jeweiligen Projekt gestalterisch herausgefordert werden sollte.

Bisher waren gut 60 Architekten und Landschaftsarchitekten in Aktion. Viele junge Architekten konnten die Norwegischen Landschaftsrouten als Sprungbrett nutzen, wurden mit Preisen geehrt und erhielten internationale Anerkennung. Die Gestalter leben alle in Norwegen mit Ausnahme des international renommierten Architekten Peter Zumthor aus der Schweiz.

Welchen Platz nimmt Kunst in der Landschaftsroutenarbeit ein?

Kunst an ausgewählten Haltepunkten entlang der Landschaftsrouten soll Erlebnisse und Überraschungen vermitteln. Geplant ist, dass es auf allen 18 Strecken Kunstwerke internationaler Qualität geben soll.

Der Unterschied zwischen Kunst und Architektur ist nicht immer eindeutig. Hin und wieder überschneiden sich Kunst und Architektur, wofür das Steilneset Memorial an der Norwegischen Landschaftsroute Varanger ein Beispiel ist.

Während bei der funktionalen Architektur die Landschaftserlebnisse im Vordergrund stehen, soll die Kunst zum Reflektieren anhalten und andere Geschichten erzählen als die unmittelbar sichtbaren.

Spektakuläre Landschaftsräume und spezielle Kulturlandschaften entlang der Norwegischen Landschaftsrouten sollen die Künstler dazu inspirieren, Projekte zu entwickeln, die die Landschaftsqualitäten herausfordern, kommunizieren und verdeutlichen. Manchmal hat dies monumentale Projekte zur Folge, manchmal einfache Eingriffe an der Grenze zum Unsichtbaren.

Der Kurator der Norwegischen Landschaftsrouten empfiehlt gemeinsam mit seinem Kunstrat den Ort und die Auswahl des Künstlers, beurteilt Skizzen und Ideen und betreut das Künstlerische bei durchzuführenden Kunstprojekten.

Im Laufe des Jahres 2022 werden acht Strecken ihr Kunstwerk bekommen haben.

Wie ist der Verlauf des Planungsprozesses?

Die Norwegischen Landschaftsrouten sind ein Entwicklungsprojekt, dessen Planungsarbeit in vielen Phasen durchgeführt wird:

  • Das Skizzenprojekt für die Aufgabenanalyse sowie für die Beschreibung des Konzepts und der einzusetzenden Materialien
  • Das Vorprojekt zur weiteren Untersuchung, Entwicklung und detaillierten Darlegung des Konzepts
  • Das Detailprojekt zur Umsetzung der gewählten Lösungen in Bauzeichnungen

Die fachliche Arbeit ist ein Reifungsprozess, in dessen Verlauf es notwendig sein kann, mehrere Ideen zu testen und verschiedene alternative Lösungen zu untersuchen. Dies kann letzten Endes dazu führen, dass man wieder von vorne beginnt oder ein Projekt vorübergehend ausgesetzt wird. Normalerweise wird ein Flächennutzungsplan erstellt, um eine Nutzungsgenehmigung zu erwirken.

Wann soll das Projekt Norwegische Landschaftsrouten fertiggestellt sein?

Die Norwegischen Landschaftsrouten sollen 2023 als ganzheitliche Attraktion fertiggestellt sein. Ab 2024 soll der Erlebniswert der Strecken gestärkt werden, indem durchgeführte Projekte erneuert und neue Projekte hinzugefügt werden. Gleichzeitig ist entscheidend, dass die vielen Eigentümer der Straßen für einen guten Betrieb und tägliche Instandhaltung gemäß vertraglicher Vereinbarungen sorgen.

Sind noch weitere Norwegische Landschaftsrouten vorgesehen?

Eine Erweiterung mit neuen Strecken ist vor Fertigstellung der 18 Strecken zu einer ganzheitlichen Attraktion nicht vorgesehen. Zudem sollen erst zuverlässige Erfahrungen vorliegen hinsichtlich Betrieb, Instandhaltung, notwendiger Erneuerungen und Vermittlung des beschlossenen Konzeptes. Eine eventuelle Erweiterung kann in Verbindung mit zukünftigen Überarbeitungen des Nationalen Transportplans frühestens für den Zeitraum 2026–2037 aufgenommen werden. 

Welche Meilensteile gab es während des Projekts?

Den Anfang der Landschaftsroutenarbeit machte das Tourismusprojekt, ein Testprojekt mit vier Strecken, mit dem man im Laufe der Jahre 1994–1997 zu wichtigen Erkenntnissen gelangte hinsichtlich des Ausbaus von Ferienstraßen in Norwegen. Die vier Teststrecken des Tourismusprojekts erhielten 1997 den Status als Norwegische Landschaftsrouten.

1998 schloss sich das norwegische Parlament der Empfehlung an, die Idee der Norwegischen Landschaftsrouten als eine neue Attraktion für den norwegischen Tourismus weiterzuverfolgen. Im gleichen Jahr wurden einige der interessantesten Maßnahmen des Tourismusprojekts mit dem Staatlichen Preis für außerordentliche Bauweise (Statens byggeskikkpris) ausgezeichnet.  

2004 erließ der Leiter des Norwegischen Zentralamts für Straßenwesen seine Richtlinien für die Arbeit mit den Norwegischen Landschaftsrouten und 2005 den Beschluss über die 18 Strecken.

Die Ausstellung „Umwege – Architektur und Design auf 18 Norwegischen Landschaftsrouten“ wurde 2006 in Oslo eröffnet. Dies war der Vorläufer der DETOUR-Ausstellung, die später weltweit zu sehen war (Normandie, Berlin, Bratislava, Bologna, London, Stockholm, Brüssel, Paris, Philadelphia, Washington, Shanghai, Lyon, New York, Strasbourg, Kopenhagen, Peking, Saint-Étienne).

2007 wurden die Norwegischen Landschaftsrouten mit dem Ehrenpreis der Stiftung Norwegisches Kulturerbe ausgezeichnet. 

Das Steilneset Memorial in Vardø auf der Norwegischen Landschaftsroute Varanger wurde 2011 von Ihrer Majestät Königin Sonja eröffnet.

Der Trollstigen, das touristische Wahrzeichen Norwegens, wurde 2012 vom damaligen Verkehrsminister eröffnet. Gleichzeitig erhielten alle 18 Strecken den Status einer Norwegischen Landschaftsroute mit entsprechender Kennzeichnung durch Schilder und Informationstafeln.

Im Laufe der acht Jahre von 2014 bis 2021 sind 43 neue Projekte entlang der 18 Norwegischen Landschaftsrouten fertiggestellt worden von insgesamt 163 fertiggestellten Maßnahmen. Gleichzeitig wurde die erste Etappe der Anlage in Gjende (2019) abgeschlossen sowie zwei der vier Etappen bei der Entwicklung des touristischen Wahrzeichens Vøringsfossen (Fossli 2018 und Treppenbrücke 2020).

Wie werden die Auswirkungen des Landschaftsroutenprojekts auf die Wirtschaft gemessen?

Für eine Untersuchung der Auswirkungen des Landschaftsroutenprojekts auf die Wirtschaft hat sich das Analyseunternehmen Menon Economics AS mit den Zahlen der Betriebe entlang der Norwegischen Landschaftsrouten Ryfylke og Atlanterhavsvegen aus 2020, Senja und Gaularfjellet aus 2019 sowie Rondane und Varanger aus 2017 genauer beschäftigt.

Die Ergebnisse sind in den drei Berichten „Wirtschaftliche Auswirkungen der Norwegischen Landschaftsrouten“ zu finden. Die Berichte dokumentieren, dass Tourismusbetriebe entlang der analysierten Strecken eine deutlich stärkere Wertschöpfung zu verzeichnen hatten als vergleichbare Referenzen auf regionaler und nationaler Ebene. Zu diesem Wachstum kam es nach Fertigstellung der wichtigsten Kunst- und Architekturinstallationen auf den Strecken der Landschaftsrouten.

Auf welche Reaktionen stößt das Landschaftsroutenprojekt der Staatlichen Norwegischen Straßenverwaltung?

Das Landschaftsroutenprojekt hat andere Akteure inspiriert, in neue touristische Angebote zu investieren wie beispielsweise das Juvet Landschaftshotel auf der Strecke Geiranger-Trollstigen, sowie dazu beigetragen, das Angebot an Orten wie Nusfjord auf den Lofoten, Havøysund und im Nationalpark Rondane zu erweitern.

Redaktionelle Beiträge auf nationaler und internationaler Ebene zeugen von einem großen Interesse für die Norwegischen Landschaftsrouten. Die umfangreiche Berichterstattung bestätigt in hohem Maße die Pläne des Projekts, Architektur in der Natur zu nutzen, um die Wirtschaft in ländlichen Regionen zu stärken. Berichte über Norwegian Scenic Routes in internationalen Medien tragen außerdem dazu bei, Norwegens Position als international anerkannte Kulturnation zu festigen.

Eine Reihe von durchgeführten Maßnahmen ist für ihre Gestaltung und ihre Materialverwendung mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet worden. Nicht zuletzt wurde für Aufmerksamkeit gesorgt, da Planung und Durchführung dieses neuartigen Projekts in den Händen der Staatlichen Norwegischen Straßenverwaltung liegt.

Wie werden die Norwegischen Landschaftsrouten vermarktet?

Die Norwegischen Landschaftsrouten werden vom Norwegischen Außenministerium und von Innovation Norway bei der Werbung für Norwegen und für die Stärkung des internationalen Renommees des Landes genutzt. 

Eine Vermarktung der Norwegischen Landschaftsrouten erfolgt außerdem durch regionale und touristische Unternehmen, Branchenorganisationen, Reiseveranstalter, Reisespezialisten, Hotelketten und andere Akteure aus den Bereichen Mobilität, Tourismus und Fremdenverkehr.

Die Website der Staatlichen Norwegischen Straßenverwaltung, www.nasjonaleturistveger.no, gibt sowohl einen Einblick in die charakteristischen Merkmale der Attraktion der Landschaftsrouten, als auch einen Überblick über die damit in Verbindung stehenden Arbeiten.  Die Norwegischen Landschaftsrouten haben außerdem eigene Seiten auf Instagram und Facebook, „Norwegian Scenic Routes“, und bieten zudem Zugriff auf ein umfassendes Bildarchiv.

Die Informationen zu den Landschaftsrouten, die sich an den jeweiligen Strecken befinden, vermitteln Fakten zur Attraktion, der Region, dem Ort und der dort vorzufindenden Installation. In den vergangenen Jahren sind ca. 150 Informationstafeln an ausgewählten Rastplätzen und Aussichtspunkten aufgestellt worden.

Wie sind die Norwegischen Landschaftsrouten in den jeweiligen Regionen aufgenommen worden?

2012 erhielten alle Straßen den Status als Norwegische Landschaftsroute, sodass die Strecken ausgeschildert und in sämtlichen Karten gekennzeichnet werden konnten. Dieser Meilenstein war wichtig, um das Engagement vor Ort zu stärken. Bei einem Projekt wie den Landschaftsrouten mit einer zeitlichen Perspektive von 30 Jahren ist der Abstand zwischen den Maßnahmen auf den einzelnen Streckenabschnitten oftmals lang.

Für den norwegischen Tourismus haben die Norwegischen Landschaftsrouten an Bedeutung gewonnen. Der stetige Anstieg an Rastplätzen und Aussichtspunkten sowie die zunehmenden positiven Meldungen in den Medien im In- und Ausland haben zu einer Stärkung des Interesses und des Engagements für die Norwegischen Landschaftsrouten geführt. Der Glaube an die Landschaftsrouten hat dazu geführt, dass sich viele Orte stärker für ein besseres Gesamtangebot für die Touristen eingesetzt haben.

Gibt es eine Diskrepanz zwischen den Forderungen nach unberührter Landschaft und politischen Zielsetzungen?

Die Norwegischen Landschaftsrouten verlaufen durch Landschaften mit einzigartigen Naturqualitäten, wobei die Fahrt mit dem Auto ein ganz besonderes Erlebnis sein soll. Viele der Strecken verlaufen jedoch durch empfindliche Landschaften, bei denen ein gutes Zusammenspiel zwischen Straße und Umgebung entscheidend ist, um die Qualitätsanforderungen an die jeweilige Touristenattraktion zu erfüllen. Durch dieses Zusammenspiel stehen eine Reihe von Orten unter Druck aufgrund von technischen Eingriffen wie Straßenausbau, Erschließung von Energiequellen, Bodenabtragung und Gebäuden. Beispielsweise befindet sich die Hälfte der 18 Strecken an Küstenabschnitten oder in Gebieten, die für die Erschließung der Windenergie genutzt werden sollen bzw. könnten.

Maßnahmen und Eingriffe an einer Straße, die zu visuellen Veränderungen der Landschaft führen und dabei im Widerspruch stehen zu den Qualitätskriterien der Norwegischen Landschaftsrouten, können dazu führen, dass der Landschaftsroutenstatus für die entsprechende Strecke aberkannt wird. Hierauf musste die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung bereits in einigen Situationen aufmerksam machen aufgrund ihrer Rolle als Verwalter des Markenartikels Norwegische Landschaftsrouten.

Welche Voraussetzungen stellt das Landschaftsroutenprojekt an andere?

Ein gutes Gesamtprodukt berücksichtigt auch Gastronomie, Übernachtung, Hoteliers, Aktivitäten und Erlebnisse. Hier knüpft die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung große Erwartungen an ein zielgerichtetes Engagement von Wirtschaft und Lokalbevölkerung in allen 18 Landschaftsroutengebieten mit Unterstützung regionaler und nationaler Akteure.

Wie verteilt sich die Zuständigkeit für den Betrieb und die Instandhaltung der Norwegischen Landschaftsrouten?

Der Wert der Norwegischen Landschaftsrouten als Touristenattraktion setzt auch im Hinblick auf deren Betrieb und Instandhaltung Qualität und Rücksicht voraus.

Die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung, Abteilung Betrieb und Instandhaltung, ist Straßeneigentümer und für den Betrieb und die Instandhaltung der Fernstraßen verantwortlich. Die Regierungsbezirke tragen für die Landstraßen ähnliche Verantwortung. Die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung soll mit ihrem Landschaftsroutenapparat und ihren für die Norwegischen Landschaftsrouten zweckgebundenen Mitteln für eine gleichbleibend hohe Qualität der Landschaftsrouteninstallationen wie Gebäude, Aussichtsrampen, Tische, Bänke und Tafeln sorgen. Die vielen Straßeneigentümer, Regierungsbezirke und die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung mit ihren Unterhaltungsverträgen mit ausübenden Unternehmen sollen für den Betrieb und sonstige Instandhaltung sorgen in Übereinstimmung mit den streckenbezogenen Verträgen, die 2014/2015 abgeschlossen wurden. Die Qualitätsanforderungen werden in den Betriebsvorschriften des jeweiligen Landschaftsroutenprojekts beschrieben.