Phase 2: Servicegebäude mit Café und Toiletten. Illustration: Knut Hjeltnes sivilarkitekter

Eröffnet werden außerdem Attraktionen entlang der Norwegischen Landschaftsrouten Sognefjellet, Lofoten und Varanger.

Seit 30 Jahren kümmert sich die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung um den Ausbau von achtzehn ausgewählten Strecken durch die imposanteste und abwechslungsreichste Natur Norwegens. Innovative Architektur entlang der Straßen, gestaltet als Rastplätze, Aussichtsrampen und Servicegebäude im Einklang mit anregender Kunst, sorgt für Inspiration und Begeisterung im In- und Ausland. Die Erschließung für den Landschaftsrouten-Urlaub von Jæren im Süden bis Varanger im Norden trägt, gemäß dem Ziel des Projekts, zur Wertschöpfung in der Tourismusbranche bei.

Im Laufe des Jahres 2024 wird die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung fünf neue Architekturvorhaben zum Abschluss bringen sowie einen alten Rastplatz nach notwendigen Modernisierungsmaßnahmen wiedereröffnen. Von diesen gelten Torghatten, Gjende und Vøringsfossen als Wahrzeichen des norwegischen Tourismusproduktes aufgrund ihrer hohen Naturqualitäten, interessanten Geschichte und großen Bedeutung für die Tourismusbranche.

Torghatten, Helgelandskysten

Servicegebäude und Parkplätze.
Servicegebäude, Parkplätze, Wege, Treppen und Felssicherung. Illustration: Atelier Oslo Sivilarkitekter MNAL

Das spektakuläre Loch im Torghatten erscheint wie eine mächtige Kathedrale. Das Loch hat eine Höhe von 41 Metern, eine Länge von 166 Metern und eine Breite von 18 Metern. Die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung führt den Ausbau des Torghatten-Gebietes in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Brønnøysund durch sowie mit Unterstützung des Verwaltungsbezirks Nordland. Hier entstehen unter anderem ein neues architektonisch entworfenes Servicegebäude aus Holz und Glas mit Toiletten, Informationen und Ausstellungen sowie mit Dachbalken, die das Tageslicht filtern und für ein abwechslungsreiches Schattenspiel sorgen.

Das Gebäude bildet einen natürlichen Ausgangspunkt für den Aufstieg zum und durch das Loch auf angelegten Sherpawegen und Treppen. Von dort führen ein Naturlehrpfad und ein behindertenfreundlicher Weg entlang Sørfjæra zum Parkplatz zurück. Eine notwendige Felssicherung sowie eine Verlegung des Weges zur Umgehung lawinengefährdeter Gebiete wurden vorgenommen. Außerdem wurde ein neuer Parkplatz mit ausreichend großer Kapazität angelegt. Architekt: Atelier Oslo. Landschaftsarchitekt: Østengen & Bergo AS. Geplante Eröffnung im Juni.

Gjende, Valdresflye

Servicegebäude mit Café.
Phase 2: Servicegebäude mit Café und Toiletten. Illustration: Knut Hjeltnes sivilarkitekter

Gjendeosen ist ein vielbesuchter Treffpunkt am Einfallstor zum Jotunheimen-Nationalpark. Hier errichtet die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung eine komplette Landschaftsrouten-Anlage bei Gjende mit dem Bau eines neuen 350 m2 großen Servicegebäudes aus Holz und Glas mit Kiosk, Café und Toilettenanlage. Der umliegende Außenbereich wird schlicht und ästhetisch gestaltet. In Mitleidenschaft geratene Landschaftsräume sind im Laufe der Zeit behutsam wiederhergestellt worden.

Mit dem neuen Gebäude beendet die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung ihre mehrjährige Arbeit, Reinsvangen/Gjende als vollwertige nationale Touristenanlage zu gestalten. Hierzu zählen unter anderem der Bau eines neuen Betonkais, eines Servicegebäudes mit überdachten Sitzbänken für wartende Reisende der Gjende-Schiffe oder von Technikräumen für den Betrieb der Schiffe. In Reinsvangen wurde der vorhandene Parkplatz stark ausgebaut. So entstand ein neues Servicegebäude mit Toiletten und dazugehörigem Technikraum, Sitzbänke für Reisende mit Shuttlebussen sowie überdachte Abstellflächen für Leihfahrräder. Architekt: Knut Hjeltnes sivilarkitekter MNAL AS. Geplante Eröffnung im Juni.

Vøringsfossen, Hardangervidda

Fossatromma, Aussichtsplattformen.
Phase 3, Fossatromma: Aussichtsplattformen, Weg und Toiletten. Foto: Frid-Jorunn Stabell, Statens vegvesen

Der Vøringsfossen ist der vielleicht bekannteste Wasserfall Norwegens. Riesige Wassermassen stürzen von der Hardangervidda-Hochebene 182 Meter tief in das Tal Måbødalen hinab. Nach der Entwicklung des Vøringsfossen als Reiseziel mit zwei vorausgegangenen Bauetappen vervollständigt die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung in diesem Jahr die Touristenattraktion mit dem Bau einer großen Parkplatzanlage, öffentlichen Toiletten, Aussichtspunkten und Landschaftsarbeiten in Fossatromma.

Dadurch werden die Touristen den Vøringsfossen und das Tal Måbødalen aus neuen Perspektiven von sicheren Aussichtsplattformen und Wegen aus erleben können, so auch in Fossatromma. Gleichzeitig wird die komplette Wanderung von Fossli über die Treppenbrücke bis nach Fossatromma möglich sein. Die neue Anlage wird im Herbst 2024 durch Toiletten gleichen Standards und gleicher Kapazität ergänzt wie in Fossli. Architekt: Carl-Viggo Hølmebakk AS. Geplante Eröffnung im September.

Liasanden, Sognefjellet

Servicegebäudes.
Neueröffnung: Modernisierung des Servicegebäudes, neue Rastplatzmöbel und zwei Unterstände für Radtouristen. Foto: Werner Harstad, Statens vegvesen

Liasanden ist seit einigen Jahren gesperrt. Grund hierfür sind Sanierungsarbeiten der Toiletten, neue Außenbereiche mit Sitzgruppen sowie verbesserte Angebote für Radtouristen in Form von zwei Unterständen. Seit seiner Eröffnung 1997 hat sich der Rastplatz großer Beliebtheit erfreut. Durch das hohe Verkehrsaufkommen und eine Vielzahl von Campingtouristen kam es zu einer starken Abnutzung und Schäden an Wurzeln und der Bodenvegetation. Als Umweltschutzmaßnahme wurde von der Staatlichen Norwegischen Straßenverwaltung der Wald für den Autoverkehr gesperrt und stattdessen auf den zentralen Parkplatz auf östlicher Seite verwiesen, von wo die Reisenden das Erholungsgebiet bequem zu Fuß erreichen können.

Der modernisierte Rastplatz bekommt neue Holzbänke und zwei überdachte Unterstände, die Schutz vor Wind und Wetter bieten – ein Wunsch, den die Radtouristen immer wieder geäußert hatten. Die ursprünglichen, architektonisch entworfenen Toiletten aus dem Jahr 1997 bleiben saniert als Zeitzeugnis stehen. Die neu angelegte Vegetation sollte auch weiterhin nicht betreten werden. Bis zum Saisonende ist deshalb mit einigen Absperrungen zu rechnen. Architekt: Jensen & Skodvin Arkitekter AS. Geplante Eröffnung im Juni.

Hamningberg, Varanger

Zwei Servicegebäude mit Toiletten.
Zwei Servicegebäude mit Toiletten, Modernisierung des Parkplatzes. Illustration: KAP – Kontor for Arkitektur og Plan AS

Entlang des Varangerfjords hat die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung an Orten, an denen sich arktische Vögel sammeln und aufhalten, eine Reihe von Vogelbeobachtungsposten entwickelt. Am nordöstlichsten Ende liegt Hamningberg. Dorthin reisen immer mehr interessierte Vogelbeobachter, wodurch ein Ausbau der Rastmöglichkeiten notwendig geworden ist. Die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung wird zwei Toiletten und einen neu angelegten Parkplatz errichten. Die Toilettengebäude sind in Blockbauweise gebaut mit Dächern, die das Licht einfangen und die Umgebung widerspiegeln. Die große Parkfläche wurde in kleinere Zonen aufgeteilt und bietet unter anderem den Wohnmobiltouristen abgeschirmte Feuerstellen. Architekt: KAP – Kontor for Arkitektur og Plan AS. Geplante Eröffnung im September.

Hauklandsstranda, Lofoten

Café und Servicegebäude.
Café und Servicegebäude, Parkplatz und Wege. Illustration: Arne Henriksen Arkitekter AS

Hauklandstranda wird schon lange als Erholungsgebiet und Badeplatz in Vestvågøy genutzt. In dem großen Landschaftsraum gibt es einen kleinen grasbewachsenen Höhenzug südwestlich des Parkplatzes am Uttakleivveien. Von oben hat man einen schönen Blick auf den Strand, das Wasser und die Berge im Südwesten. Das neue Servicegebäude befindet sich deshalb auf der Anhöhe und erstreckt sich in Richtung Parkplatz und Aussicht. In der rechteckigen Gebäudeform sind Terrasse, Café und Küchenfunktionen gen Westen sowie Garderoben für den Neoprenverleih gen Osten untergebracht. Ganz am Ende in Richtung Parkplatz befindet sich die Toilettenanlage.

Die Außenwand des Cafés hat einen mit Schlitzen versehenen oberen Teil, durch die das Licht einfällt, während der untere Teil aus einer offenen Glaslösung besteht. Dadurch wird dem Café ein besonderer Charakter aus Intimität und Ausblick verliehen. Die Außenverkleidung des Gebäudes besteht aus unbehandelter kerniger Kiefer, einem matten Holz, das mit der Zeit ergraut. Der vorhandene Parkplatz wurde in südliche Richtung erweitert und folgt größtenteils dem Gelände vor Ort, indem er gen Norden leicht abfällt und gen Süden flach ausläuft. Architekt: Arne Henriksen Arkitekter AS. Geplante Fertigstellung im Dezember.